Schnelle Pferde und schmucke Hüte
Sehen und gesehen werden – das galt schon im 19. Jahrhundert, als der Beschluss fiel, eine Pferderennbahn in Hoppegarten bei Berlin zu bauen. Auf einem ehemaligen Hopfenanbaugebiet eröffneten 1868 Kaiser Wilhelm I. und Reichskanzler Otto von Bismarck die Galopprennbahn. Die Bahn schrieb bald Erfolgsgeschichte: 430 Hektar Fläche, 800 Pferde, 20 Renntage, bis zu 40.000 Zuschauer. Viele wichtige Rennen wurden hier ausgetragen – sowohl das Stutenrennen Preis der Diana (2.000 Meter), seit 1871 das klassische Henckel-Rennen (1.600 Meter) sowie das Union-Rennen und der Große Preis von Berlin (beide 2.000 Meter).
Rennbahn im Wandel der Zeit
Berlin entwickelte sich schnell zu einem der Magneten des Pferdesports in Deutschland. Noch im Zweiten Weltkrieg galoppierten hier die Pferde. Doch der Krieg hinterließ seine Spuren: Die Haupttribüne wurde 1944 zur Rüstungsfabrik umgebaut, und Bomben beschädigten die Gebäude und das Geläuf stark. 1945 begann der „große Treck“ nach Hamburg. In der DDR-Zeit galoppierten dann in Hoppegarten wieder die Rennpferde. Das letzte DDR-Derby fand am 24. Juni 1990 statt, das letzte Rennen um den Großen Preis der DDR am 5. August 1990. Als einzige Rennbahn in Europa ist Hoppegarten komplett in privater Hand. Sie steht unter Natur- und Denkmalschutz.
Ein spektakulärer Tag für alle
Neun Renntage pro Jahr stehen mittlerweile wieder auf dem Programm. Alt und jung sind fasziniert, wenn die Pferde mit 60 km/h über den Rasen der Rennbahn jagen. Eine spannende Pferdewette gehört zu einem Tag auf der Rennbahn dazu! Auch Neubesucher sind begeistert, wenn ihnen mit einer 2 EUR-Wette auf Sieg das Pferd für die Dauer des Rennens „gehört“. An den Führring gehen, das Pferd aussuchen – und dann anfeuern, mitfiebern und hoffentlich nach dem Rennen den Gewinn abholen.
Glamour und Naturerlebnis in einem
Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb die Galopprennbahn im Grünen noch immer fasziniert – sie bietet auch einen Blick in die Glamour-Welt und auf den einen oder anderen Promi. Bei den Ladys gehören wie einst bunte, kreative und ausgefallene Hüte zum Tag an der Rennbahn - und das nicht nur am Ladies' Day. Für große und kleine Natur- und Pferdenarren lohnt sich ebenfalls ein Besuch im grünen Hoppegarten. Dabei erreicht man Hoppegarten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Alexanderplatz in gerade einmal 20 Minuten, vom Hauptbahnhof in 30 Minuten.
Kulturelle Veranstaltungen wie der Neuenhagener Musiksommer, Freizeitausstellungen und Sport-Events (Militaryspringen) sind weitere Attraktionen, die immer wieder viele Zuschauer zur Galopprennbahn Hoppegarten locken.
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