Transparenz für die Regierenden
Das spektakuläre Gebäudeensemble des neuen Bundeskanzleramtes wurde von den Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank in Kanzler Helmut Kohls Amtszeit (1982–1998) entworfen. Es ist eins der imposantesten Bauwerke im neu entstandenen Regierungsviertel.
Nach dem der Bundestag 1991 die Entscheidung getroffen hatte, dass Berlin Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands sein soll, wurde ein Wettbewerb um die architektonische Gestaltung der Regierungsgebäude im Spreebogen ausgeschrieben. Das in den „Band des Bundes“ integrierte Kanzleramt besteht aus einem Mittelbau mit neun Geschossen, dem Leitungsgebäude, sowie niedrigeren, langgestreckten Flügeln. Kennzeichen des Leitungsgebäudes ist der 18 Meter hohe Halbkreis im oberen Teil der Fassade. Manche sprechen deshalb auch von der „Bundeswaschmaschine“.
Die gläsernen Fassaden des Bundeskanzleramtes vermitteln vor allem eines – Transparenz: Zwölf Meter hohe, weichgeformte Stelen, die auf den ersten Blick wie Säulen wirken, strukturieren die Glasfassaden und vermitteln Perspektiven, in denen Innen und Außen des Gebäudes ineinander übergehen.
Im Innern des Kanzleramtes befinden sich in den Seitenflügeln die Büros der Mitarbeiter, das Leitungsgebäude dient der Repräsentation. Die Eingangshalle besitzt die Ausmaße einer Kathedrale. Die Empfangsebene des Kanzlers bietet mit ihrer transparenten Gestaltung und den Balkonen einen wunderbaren Blick über den Tiergarten.
Im Ehrenhof, in dem Staatsgäste empfangen werden, steht die monumentale eiserne Skulptur „Berlin“ des spanischen Künstlers Eduardo Chillida. Jedes Jahr im September gibt es einen „Tag der offenen Tür“, an dem die Zentrale der Macht besichtigt werden kann.
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